Chance e.V. - Zukunft für Menschen

Menschen aus Peru, denen wir mit Ihrer Hilfe durch unsere Projekte helfen konnten, berichten hier darüber, wie sich ihr Leben dank Chance e.V. verändert hat:

Franklin Goodoy Esteban
(Projektpartner und Jugendleiter)

Chance e.V.- Erfolgsgeschichten - Franklin Goodoy Esteban

“Als die freiwilligen Helfer von Chance mir von der Liebe und der Vergebung Gottes erzählten, brach ich zusammen. In meinem Zerbruch heilte Gott mein seelisches Trauma. Ich weinte und weinte und Gott machte meine Seele gesund.”

Von Geburt an lebte ich bei meinen Großeltern. Ich schlief in einem Erdloch neben der Tür, in dem ein bisschen alte Schafwolle lag. Schon als kleiner Junge merkte ich, dass ich für meine Großeltern in erster Linie eine Last war. Denn sie mussten mein Schulgeld bezahlen und mir zu essen geben. Das war für dieses alte Ehepaar im Grunde unmöglich, da sie in extremer Armut lebten.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, an dem mein Großvater mich zum Fluss mitnahm. Damals lebten wir in einem kleinen Bergdorf in den Anden. Mein Großvater wollte mich in das kalte schnell fließende Wasser werfen und so eines seiner größten Probleme endgültig lösen. Obwohl ich damals erst vier Jahre alt war, spürte ich, was mein Großvater vorhatte und fing laut an zu weinen und zu schreien. Gerade noch rechtzeitig kam meine Großmutter und rettete mich.

Erst als ich sieben Jahre alt war, lernte ich meine Mutter kennen. Zunächst war ich überglücklich endlich zu jemandem zu gehören, jedoch musste ich sie mit „Tante“ anreden, weil sie sich dafür schämte, einen Sohn zu haben. Meine Mutter war oft betrunken und brachte ständig andere Männer mit nach Hause.

Als Jugendlicher, lernte ich endlich auch meinen Vater kennen. Aber wirklich freuen konnte ich mich darüber nicht, denn ich fühlte mich zutiefst verletzt von den Erlebnissen meiner Kindheit. Meine Kindheit bestand nur aus Ablehnung, Lieblosigkeit, Versteckspielen, Verleugnung und Prügeln. Deshalb wollte ich anfangs gar nichts mit meinem Vater zu tun haben.

Ich schloss mich schon früh einer kriminellen Straßenbande an. Dort war ich endlich jemand, aber ich musste mir den Respekt der anderen dadurch verdienen, dass ich genauso viel trank und genauso brutal war wie der Rest unserer Gang. Deshalb war ich dauernd betrunken und in Prügeleien oder bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt. Erst jetzt begriff meine Mutter, was mit mir geschah und was sie mit ihrer Gleichgültigkeit in mir angerichtet hatte. Endlich merkte sie, wie verbittert ich war. Und erst jetzt versuchte meine Familie mich zu retten.

Ich lernte Katty kennen, die Tochter von Pastor Marcelo Llanos. Sie war gläubige Christin und ging in die Gemeinde Vida Nueva (Neues Leben). Um möglichst viel Zeit mit ihr zu verbringen, begann ich regelmäßig die Gottesdienste zu besuchen. Katty lud mich dann auf ein christliches Jugendcamp ein. Da ich über beide Ohren in sie verliebt war, nahm ich die Einladung begeistert an. Was dann aber tatsächlich geschah, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können. Als die Mitarbeiter mir von Gottes Liebe und Vergebung erzählten, brach ich zusammen. In meinem Zerbruch heilte Gott meine seelischen Verletzungen. Ich weinte und weinte und Gott heilte meine Seele. Innerlich wurde ich frei von allem Hass und Groll. Das war der glücklichste Tag meines Lebens! Jetzt lebe ich für Gott und leite in der Gemeinde eine Kleingruppe. So kümmere mich um verzweifelte Jugendliche. Gemeinsam mit meiner Mutter habe ich durch die Hilfe von Chance e.V. ein Kleingewerbe gegründet.

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