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Menschen aus Kenia, denen wir mit Ihrer Hilfe durch unsere Projekte helfen konnten, berichten hier darüber, wie sich ihr Leben dank Chance e.V. verändert hat:
Hoffnung trotz Wassermangel Maasai berichten
Double-Digging heißt „doppelt umgraben“
„Im Erishata Learning Center von Chance e.V. lernen wir, dass wir die Produktion unserer Gärten und Felder vervielfachen können, einfach indem wir eine bessere Umgrabtechnik anwenden. Beim ‚double-digging’ gräbt man 80 cm tief um statt der üblichen 20 cm. Dann mischt man den gelockerten Boden mit Kompost und Pflanzenabfällen. Der Boden bleibt monatelang weich und verkrustet selbst in großer Hitze nicht. Bei Regen kann der gesamte Niederschlag im weichen Boden versickern, wo er gespeichert wird. So können wir auch in einer dreimonatigen Dürre immer noch jeden Tag Gemüse ernten, während die Nachbarfelder zu einer öden Steppe werden. Dabei produzieren ein paar Quadratmeter ‚double-digging’ Garten mehr Gemüse als ein ganzer herkömmlich bearbeiteter Acker.“
Futtermittel selbst herstellen und lagern das macht unsere Viehbestände dürrefest
„Bis vor ein paar Jahren zogen wir mit unseren Herden durch die Savanne. Wenn es irgendwo kein Futter mehr gab, trieben wir die Tiere woanders hin. Das ist heute nicht mehr möglich, weshalb unzählige Rinder, Schafe und Ziegen bei jeder Dürre verenden. Mithilfe von Chance e.V. lernen wir, auf bessere Rinderrassen umzustellen. Eine dieser Kühe gibt bis zu 25mal mehr Milch als eine unserer herkömmlichen Kühe. Diese hochproduktiven Kühe leben auf einer kleinen Koppel und in einem modernen Stall, wo wir auch Futter lagern für knappe Zeiten. Mit einem Häcksler stellen wir Silage und Trockenfutter selber her, mit dem wir unsere Tiere bei Dürre füttern können. Die Futterpflanzen kultivieren wir auf einem eigens dafür angelegten Feld. Mit dem Futterertrag dieses Feldes können wir bis zu sechs moderne Kühe ernähren. Früher hätte dasselbe Stück Land noch nicht einmal für eine Kuh gereicht. Die Kühe sind stets bestens genährt und geben viel Milch. Mit dem Ertrag finanzieren wir das Schulspeiungsprogramm der Chance-Schule in unserem Dorf.“
Bäume die Wunderwaffe im Kampf gegen Dürre, Erosion und Armut
„Noch vor 25 Jahren war das Gebiet von Olereko ein dichter Wald. Oben auf den Hügeln gab es Savanne, auf der wilde Tiere grasten. Dann kam die herkömmliche Landwirtschaft, Tiere und selbst die Bäume verschwanden. Heute führen unsere Bäche viel weniger Wasser als damals. In der Baumschule von Chance e.V. produzieren wir jeden Monat bis zu 5000 kleine Bäume, die wir überall in Olereko pflanzen. Manche Arten binden Stickstoff aus der Luft und düngen so den Boden. Andere nutzen wir als Brenn- oder Bauholz. Wieder andere produzieren Obst, welches wir verkaufen oder unseren Kindern geben. Und die heimischen Baumarten, die wir pflanzen, locken wilde Tiere an, die längst verschwunden waren. Außerdem schützen sie den Boden vor Erosion und Verkarstung.“
Bienen die besseren Nutztiere
„Für uns Maasai gibt es keine wichtigeren Tiere als Kühe. Im Chance-Projektzentrum haben wir aber auch gelernt, wie man Bienen hält, Honig und Wachs herstellt. Dabei fressen Bienen unsere Wiesen nicht kahl, benötigen kaum Wasser und ihre Hufe zerstören nicht die Grasnarbe. Als wir dann noch sahen, dass man mit Honig und Wachs genauso viel verdienen kann wie mit Milch, staunten wir nicht schlecht. Dabei müssen wir die Bienen nicht kaufen. Sie kommen von ganz allein. Auch brauchen sie keinen teuren Tierarzt und die Bienenstöcke können wir sogar selbst zusammenbauen. Zusätzlich bestäuben die Bienen unsere Obstbäume und leiden kaum, wenn es einmal eine Zeit lang nicht regnet.“
Selbst ist der Mann Maasai-Männer begreifen ihre Verantwortung für die Gemeinschaft
„In der traditionellen Gesellschaft der Maasai waren wir Männer für den Krieg zuständig, die Verteidigung unserer Heimat-Manyattas (Dörfer), für das Entführen und Schlachten von Kühen. Alle anderen Arbeiten fielen traditionell in den Verantwortungsbereich der Frauen. Jetzt sind wir gläubige Christen und führen ein sesshaftes Leben. D.h. fast alle althergebrachten Betätigungsfelder der Männer sind verschwunden. Es war nicht einfach, sich an diese Veränderung anzupassen. Wir verstehen aber, dass wir Männer jetzt auch neue Arbeiten übernehmen müssen. Deshalb haben wir jetzt eine Männerarbeitsgruppe gegründet, die sich vorgenommen hat, den einzigen Zufahrtsweg nach Olereko und zum Chance-Projektzentrum wieder befahrbar zu machen, statt darauf zu warten, dass die Regierung dies irgendwann tut. Bald schon hilft uns Chance e.V. nämlich bei der Anschaffung vieler großer Wassertanks, damit wir das Regenwasser unserer Dächer auffangen können. Das verbessert unsere Gesundheit, schont die natürlichen Gewässer und erleichtert vor allem den Alltag unserer Frauen und Kinder, die dann nicht mehr so weit laufen müssen, um Wasser zu holen. Dafür bauen wir den Zufahrtsweg jetzt aus, damit die Tanks dann auch per LKW angeliefert werden können.“

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