Chance e.V. - Zukunft für Menschen

Menschen aus Kenia, denen wir mit Ihrer Hilfe durch unsere Projekte helfen konnten, berichten hier darüber, wie sich ihr Leben dank Chance e.V. verändert hat:

Samuel Munku

Samuel Munku ist Kleinbauer und Familienvater. Gemeinsam mit seiner Frau, den Kindern und ein paar Kühen lebt er auf seinem kleinen Stück Land im Maasai-Dorf Olereko.

„Wir alle haben die Verantwortung, unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.“

„Schulbildung habe ich kaum – nur ein paar Jahre Grundschule. Deshalb spreche ich auch kein Englisch. Trotzdem will ich lernen! Denn ich weiß, dass wir nur überleben und uns weiterentwickeln können, wenn wir lernen, nachhaltig zu wirtschaften und allen im Dorf eine Chance zu geben. Im Erishata Learning Center von Chance e.V. bekomme ich immer wieder neue Ideen und kann Kenntnisse erwerben, die mein Leben spürbar verbessern. Als Christ glaube ich, dass wir verantwortlich sind, unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Und damit müssen wir jetzt beginnen!“

Seit Beginn unserer Kooperation mit den Menschen aus Olereko hat Samuel nicht nur großes Interesse gezeigt, sondern auch immer wieder praktisch bei den Projekten geholfen. So hat er kaum eine Versammlung der Dorfältesten verpasst, um gemeinsam Projekte zu planen. Als unserer Partner die Erishata-Grundschule eröffneten, beschloss Samuel, trotz seiner Armut, seine Kinder dort anzumelden, weil es die einzige Schule weit und breit ist, in der Kultur und Sprache der Maasai gefördert werden. Nach einiger Zeit dann, fanden sich in Deutschland Paten für Samuels Tochter Sempeyo: „Seit die deutschen Paten unsere Tochter unterstützen, ist es leichter geworden, allen unseren Kindern Schulbildung zu ermöglichen. Sie sollen von Anfang an die Chancen haben, die ich erst jetzt habe.“

„Besonders faszinieren mich die landwirtschaftlichen Lehrprojekte im Erishata Learning Center (ELC)! Dort habe ich gelernt, wie ich sogar bei Trockenheit Gemüse anbauen kann – nur durch andere Grabtechniken und die Verwendung von Kompost. Außerdem können wir alle mit eigenen Augen sehen, wie sehr sich die wirtschaftliche Lage einer Familie verbessert, wenn wir auf eine andere Art der Milchkuhhaltung umsteigen.“

Vor ein paar Monaten dann erlebte Samuel, wie unsere ELC-Projektpartner eine Fischfarm aufbauten: „Fische! Eigentlich sind wir Maasai ja Hirten, aber ich begriff sofort, dass wir heute von Rinderhaltung allein nicht mehr leben können. Tilapia-Fische sind einfach zu halten, günstig in der Ernährung, gut zu verkaufen und lecker.“

Samuel begeisterte seine Nachbarn von der Idee einer eigenen Fischfarm. Sie beschlossen, in dem kleinen Tal, in dem die Wasserstelle liegt, die sie sich alle teilen, einen eigenen Fischteich anzulegen und den Erlös aus dem Verkauf der Fische untereinander aufzuteilen. Gesagt getan. Samuel und seine Nachbarn hoben den Teich aus und Chance-Kenia half ihnen, die Fischbrut einzusetzen. Heute läuft das Projekt sehr erfolgreich als Gemeinschaftsaktivität, die das Leben aller Nachbarn verbessert.

Damit hört Samuels Begeisterung aber nicht auf! Noch immer besucht er das ELC mehrmals in der Woche: „Ich möchte einfach noch mehr lernen und das Leben meiner Familie weiter verbessern.“ Samuel denkt aber nicht nur an sich. Beim Bau des Projektgästehauses sah er, wie schwierig es war, die Baustoffe bis nach Olereko anliefern zu lassen. Kurzerhand rief Samuel die Männer Olerekos zu einem Treffen zusammen. Sein Anliegen: „Wir müssen etwas tun. Alle im Dorf leiden, weil es keine ausreichenden Wege und Pisten gibt.“ Samuel gelang es, über 40 Männer in einem Straßenbaukomitee zu organisieren. Einige Anwohner spendeten Steine und Baumaterialien, andere Werkzeuge. Gemeinsam stellten die Männer den einzigen Zufahrtsweg zum Dorf wieder her, der Jahre kaum passierbar gewesen war. Sie nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand, statt auf die trägen und gleichgültigen kenianischen Behörden zu vertrauen.

Jetzt engagiert sich Samuel stark für das Wiederaufforstungs- und Gewässerschutzprojekt, welches wir gemeinsam mit den Dorfbewohnern ins Leben gerufen haben. Er ist ganz freiwillig zu einem echten Multiplikator geworden: „Jeden Tag gehe ich durchs Dorf und erkläre allen, wie wichtig Bäume für den Boden, das Wasser und unser Übeleben sind. Warum Bäume so wichtig sind und wie wir unsere Wasserlöcher schützen können, habe ich von Chance e.V. gelernt.“

Es begeistert mitzuerleben, wie gut unsere Projekte angenommen, genutzt und weiterentwickelt werden und wie sehr sie das Leben der Menschen verbessern. Samuel ist nur ein Beispiel für ihre Offenheit, ihr Engagement, ihre Lernbereitschaft und ihr Verantwortungsbewusstsein.

Weiter so!

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