Chance e.V. - Zukunft für Menschen

Das Maasaidorf Olereko

Bis vor einigen Jahren waren viele Maasaidörfer noch intakte Gemeinschaften. So auch unser Partnerdorf Olereko. Aber die umliegenden Stämme drangen auf der Suche nach Ackerland immer tiefer in die angestammten Weidegründe der Maasai vor. In den letzten 150 Jahren haben die Maasai den größten Teil ihres ursprünglichen Siedlungsgebiets verloren. Auch die Familien aus Olereko lebten einmal in den fruchtbaren Hochebenen Westkenias, bis sie von der britischen Kolonialverwaltung in den Busch getrieben wurden, weil ihr Land entschädigungslos für weiße Farmer konfisziert wurde. Bis in die jüngere Vergangenheit ist es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen um wichtige Ressourcen, fruchtbares Land und Wasser gekommen.

Bildung ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft – auch im Maasailand. Doch in den Dörfern gibt es kaum gute Schulen. Wer seinen Kindern also eine lebenswerte Zukunft ermöglichen will, muss sie schon mit 6, 7 oder 8 Jahren auf ein Internat schicken, wo Englisch und Kiswahili gesprochen werden und den Kindern das Maasaisein abgewöhnt wird.

Chance e.V.- Das Maasaidorf Olereko

Maasai-Dorf Olereko

In den Dörfern wächst die Bevölkerung rasch, so dass die Landparzellen immer kleiner werden und es eng wird im Maasailand. Die Menschen sind sich dieser Verschlechterung ihrer Lebensumstände bewusst, wissen aber häufig nicht, wie sie darauf reagieren sollen.

Viehhändler haben den HIV-Virus in die Dörfer gebracht, wo immer mehr Menschen an AIDS erkranken. Über Generationen bewahrtes Wissen um Heilpflanzen, Wildtiere und die eigene Kultur gerät immer weiter in Vergessenheit. Viele traditionelle Heilpflanzen sind im intensiv genutzten Ackerland von heute kaum noch zu finden.

Olereko ist ein Dorf mit ca. 4000 Einwohnern. Eingebettet zwischen grünen Hügeln liegt es an der Grenze zu Tansania nur wenige Stunden vom Viktoriasee und den Serengeti-Ebenen entfernt, dem letzten Rückzugsgebiet riesiger Herden großer Säugetiere. Noch vor 25 Jahren teilten sich die Menschen von Olereko ihre Heimat mit Elefanten, Giraffen, Löwen und Antilopen. Heute kennen die Kinder diese Tiere nur noch aus den Erzählungen ihrer Großeltern. Die Alten sind traurig, weil es sich heute nur noch reiche Touristen aus dem Ausland leisten können, Wildtiere in Reservaten zu beobachten. Für Maasaikinder sind selbst die nur 40 km entfernten Nationalparks unerreichbar.

Die Bewohner Olerekos lieben ihre Heimat. Viele von ihnen sind heute gläubige Christen. Sie sehnen sich danach, Wege der nachhaltigen Entwicklung zu finden, um ihre Heimat auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Im Gegensatz zu den meisten afrikanischen Städten gibt es in Olereko keine wilden Mülldeponien und die Menschen versuchen sich gegenseitig zu unterstützen, wo es geht. Ausländische Besucher werden mit authentischer Herzlichkeit aufgenommen.

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