Neuigkeiten aus unseren Projekten und Arbeiten vor Ort

Geschichten über die Menschen vor Ort, über die positiven Prozesse und die erfolgreichen Entwicklungen in Peru und Kenia. Hier erfahren Sie mehr über die alltäglichen kleinen Erfolge.

Die Lebensgeschichten von Jordi (14) und Robertito (11) machen nachdenklich. Als zwei Medziner aus Deutschland kürzlich miterlebten, wie Yordi einen seiner häufigen Anfälle vor den Augen der Dorfbewohner erlitt, waren auch sie schwer betroffen.

Das Familiendrama

Jordis Mutter Angelina wurde zwangsverheiratet und von ihrem Mann misshandelt. Erst durch unser Kunsthandwerksprojekt entdeckte sie sich selbst, konnte wieder ein wenig lachen und lernte, anderen in die Augen zu schauen. Ganz fest hatte sie sich vorgenommen, ihren beiden kranken Söhnen Jordi und Robertito endlich ärztliche Betreuung zu suchen, sobald sie als Kunsthandwerkerin etwas Geld verdienen würde. Doch bevor es dazu kommen konnte, wurde Angelina schwer krank und starb qualvoll unter unbeschreiblichen Bedingungen. Denn seit Jahren drücken auch deutsche Konzerne den Weltmarktpreis von Kaffee so sehr, dass indianische Bauern wie Jordis und Robertitos Eltern fast nichts mehr verdienen. Auch eigentlich behandelbare Krankheiten sind dann lebensbedrohlich, weil es einfach kein Geld für Medikamente gibt. Jordis Mutter verstarb in einer Baracke im Slum auf einem Strohsack liegend vor den Augen ihrer Kinder – auch deshalb, weil Kaffee auf dem Weltmarkt einfach viel zu billig ist.

Jordis ältester Bruder brach daraufhin die Schule ab, um wenigstens etwas Geld für die Familie zu verdienen. Er wusste genau, dass der verantwortungslose und alkoholabhängige Vater nicht in der Lage sein würde, sich um die Kinder zu kümmern.

Dabei brauchen besonders Jordi und Robertito dringend Hilfe:

Denn Jordi hat Epilepsie. Die ist immer schlimmer geworden, seit er vor mehreren Jahren hilflos mitanschauen musste, wie ein anderer seiner Brüder in den Fluten eines Dschungelflusses ertrank. Heute hat er jede Nacht bis zu fünf Anfälle, sein Körper ist übersät mit kleinen Wunden, die er sich durch die vielen Stürze zuzieht. Das ist besonders unter den Bedingungen vor Ort sehr gefährlich: Es gibt scharfe Betonkanten, eine Durchgangsstraße und offene Feuerstellen. Doch anstatt ärztliche Hilfe zu suchen, zwingt der Vater Jordi dazu, Fledermausblut zu trinken, was angeblich gut gegen Epilepsie sein soll. Außerdem ist er oft tagelang betrunken und kümmert sich nicht um seine Kinder. Da er jedoch der einzig Erziehungsberechtigte ist und es kein staatliches Wohlfahrtssystem gibt, ist es nicht leicht, Jordi zu helfen.

Auch Jordis kleiner Bruder Robertito hat es schwer. Er kam mit nur einem Bein und zusammengewachsenen Fingern auf die Welt. Trotzdem wurde er ein starker Junge, der sogar lernte, auf Bäume zu klettern.

Angelina, die Mutter der Jungen, konnte Jordi und Robertito nicht mehr helfen. Sie starb viel zu früh.

Deshalb wurde unser Team vor Ort aktiv: Robertito soll demnächst die Hilfe eines deutschen Orthopädiemechanikers bekommen. Der ist zuversichtlich und meint: „Das bekommen wir hin. Bald kann Robertito gehen wie die anderen Kinder.“ Und das wird auch Zeit, denn als Klassenbester hat Robertito große Träume.

Jetzt wollen wir den Vater davon überzeugen, dass auch Jordi endlich ärztliche Hilfe bekommen darf, denn er muss zumindest so gut medikamentös eingestellt werden, dass die Anzahl der Anfälle abnimmt und er weniger Stürze erleidet. Außerdem muss irgendjemand wenigstens einmal am Tag nach dem Jungen schauen, denn derzeit passt sein kleiner Bruder Eddimson auf ihn auf, der deshalb nicht zur Schule gehen und Jordi doch nicht helfen kann.

Sonderfonds für schnelle Hilfe

Ab sofort haben wir deshalb einen Sonderfonds für besonders schlimme Einzelschicksale eingerichtet. Für die Behandlung der Jungen haben wir viel Hilfe organisieren können, trotzdem kommen noch Kosten auf die Kinder zu, die ihre Familie nicht begleichen kann. Deshalb wollen wir hier einspringen. Dafür benötigen wir ca. noch 1500 Euro. Spenden sind ab sofort auf unser Spendenkonto möglich: Chance e.V. – DE92 3506 0190 1014 4450 10, Verwendungszweck „8300 Peru Nothilfe.“ Oder Sie nutzen die Möglichkeit einer Online-Spende.

Alternativ können Sie Pate oder Patin werden und ein Not leidendes Kind so auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Mehr...

Vielen Dank!

*Alle Namen wurden verändert, um die Persönlichkeitsrechte der Kinder und ihrer Angehörigen zu wahren. Alle Bilder werden hier mit Einverständnis der Betroffenen geziegt.

Bilder: Jordi zu Besuch im Chance-Büro, Robertito als strahlender Krieger vor einigen Jahren im Heimatdorf, Angelina und ihr Sohn Santi, einer der Brüder von Jordi und Robertito

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