Neuigkeiten aus unseren Projekten und Arbeiten vor Ort

Geschichten über die Menschen vor Ort, über die positiven Prozesse und die erfolgreichen Entwicklungen in Peru und Kenia. Hier erfährst Du mehr über die alltäglichen kleinen Erfolge.

Liebe/r Chancengeber*in, 

Milagros ist 10 Jahre alt. Ihr Name bedeutet „Wunder“ und sie lebt im Dschungeldorf San Gerónimo. Als sie geboren wurde, kämpfte ihr Dorf ums Überleben und Milagros’ Zukunft sah düster aus. Dann fanden wir für Milagros und andere Kinder aus ihrem Dorf Paten und zeitgleich begann unser Expertenteam die Dorfgemeinschaft auf ihrem Weg zur Selbstbestimmung zu stärken. Heute haben Milagros und ihr Dorf eine ganz neue Zukunftsperspektive. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig Patenschaften sind für Kinder, ihre Familien und ihre Dörfer.

Jedes Mal wenn unser Team das abgelegene Dorf von Milagros und ihren Eltern im Regenwald besucht, läuft Milagros ihnen voll Freude entgegen. Dann ruft sie schon auf dem kleinen Pfad, der durch den Dschungel hinauf ins Dorf führt: „Es ist so schön, dass ihr wieder hier seid!“ Als nächstes trommelt sie die anderen Kinder im Dorf zusammen und dann laufen alle gemeinsam zum winzigen Schulhaus, wo die verschiedenen Aktivitäten des Patenkinderprogramms stattfinden.  

Schwierige Vergangenheit  

Dabei sah das Leben der Kinder in diesem und anderen Dörfern noch vor wenigen Jahren ganz anders aus: Ihre Eltern standen unter enormem Druck, weil Landräuber ihre Gemeinschaft zerstören wollten. Arbeit gab es keine und die Armut war extrem. Manche Familien hatten kaum genug zu essen, lebten in winzigen Verschlägen im Wald und die Situation vieler Frauen war besorgniserregend. Milagros und die anderen Kinder konnten nicht zur Schule gehen, weil die Schulbehörde sich weigerte, einen Grundschullehrer ins Dorf zu entsenden. Milagros sehnte sich danach, wie andere Kinder in der Schule etwas lernen zu können, doch das war unmöglich. 

Die Veränderung beginnt  

Neben unseren Juristen, Forstwirten und Anthropologen, die die Dorfgemeinschaft kontinuierlich stärken, spielten die Kinderpatenschaften eine maßgebliche Rolle im Kampf um die Zukunft. Denn mit den Spenden der Paten und Patinnen finanzierten wir das Gehalt einer Grundschullehrerin, bis der Staat diese Zahlung endlich übernahm. Zum ersten Mal konnten Milagros und die übrigen Kinder zur Schule gehen und ihre Lebensqualität verbesserte sich zusehends. Selbst in der Pandemie gelang es uns, Milagros und ihren Freunden mitten im Regenwald die Teilnahme am Distanzunterricht zu ermöglichen, indem wir das Dorf kurzerhand über Solarstrom mit dem Satelliteninternet verbanden.  

Die Familien im Dorf begannen, endlich zur Ruhe zu kommen, weil unsere Psychologin durch Elternseminare und persönliche Gespräche bei familiären Problemen helfen konnte. Die jüngeren Kinder begleitet sie mit frühkindlicher Förderung. In Kooperation mit den Behörden führen wir Gesundheitskampagnen durch sowie kreative Freizeit- und Lernangebote, die den Unterricht der Schulen begleiten und ergänzen. Workshops stärken die Lage der Frauen und jedes Jahr finanziert das Patenprogramm die Unterrichtsmaterialien und das Schulgeld der Kinder.

Dabei ist wichtig: Alle Aktivitäten, die wir mit den Kindern im Dorf durchführen, stimmen wir mit den Dorfältesten, der Schule und der Dorfkirche ab. Die Alten im Dorf unterstützen wir dabei, das kulturelle Erbe des Yanesha-Volkes an ihre Kinder und Enkel weiterzugeben. Milagros und die anderen Kinder haben so gelernt, dass sie sich für ihre indigenen Wurzeln nicht länger zu schämen brauchen. So überwinden sie die Folgen jahrzehntelanger Diskriminierung und Verfolgung.

Insgesamt begleiten wir durch Patenschaften Kinder in mehr als zehn Dörfern in Peru und Kenia. Jede Patenschaft ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg in eine bessere Zukunft und jedes Patenkind eine potenzielle Erfolgsgeschichte wie die von Milagros.

Doch manche Patenkinder haben große Sorgen

2022 haben 10 Kinder aus Peru und Kenia leider ihre deutschen Paten wegen Tod, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Pensionierung verloren. Seit Monaten finanzieren wir diese vakanten Patenschaften nun bereits aus Eigenmitteln, kommen damit aber langsam an unsere Grenzen. Das ist besonders traurig, weil jede vorzeitig beendete Patenschaft ein Kind mit vielen Herausforderungen und Problemen allein zurücklässt.  

Deshalb habe ich zu Jahresbeginn eine große Bitte an dich: Könntest du dir vielleicht vorstellen, die Patenschaft für eines der patenlosen Kinder zu übernehmen? Oder kennst du jemanden, der daran Interesse hätte? Vielleicht kann das ja auch deine Kirche, dein Unternehmen oder deine Schulklasse sein.  

Werde auch du Lebensveränderer oder Lebensverändererin – als Kinderpate oder Kinderpatin!  

Gemeinsam mit unserem ganzen Team sage ich schon jetzt im Namen von Milagros und all den anderen Kindern von Herzen vielen Dank, muchas gracias und ashé oleng!

Video-Einblicke

In diesem 7-minütigen Video kannst du Milagros beim Bogenschießen zuschauen und einen Einblick in ihr Heimtatdorf und das Nachbardorf bekommen. Patenkinder, Eltern, Lehrer sowie unsere Projktleiter Lucero und Lercio erzählen vom Erfolg der Patenschaften.
 
Video über Patenkinder.

Weitere Informationen über die Kinderpatenschaften.

 

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